Archiv für Bolivien

¡Hasta siempre, Comandante Che Guevara!

Zum heutigen 50. Todestag von Ernesto Che Guevara gedenken Menschen weltweit des kubanisch-argentinischen Revolutionärs – und das zu Recht. Guevara war und ist eine Inspiration, sich gegen ungerechte Verhältnisse aufzulehnen. Kompromisslos und daher durchaus auch gegen die vordergründige Vernunft. Die Aussage „Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!“ wird ihm zugeschrieben. Von Herbert Macuse umgewandelt wurde sie zu einer der Losungen der Studierendenbewegung 1968: „Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche!“

Ernesto Guevara, der wegen seiner argentinischen Herkunft den Beinamen Che (Freund) verliehen bekam, versuchte das Unmögliche. Zunächst in Kuba, wo es den Revolutionären unter Fidel Castro nach nur drei Jahren gelang, die von den USA und ihren Verbündeten wie der Bundesrepublik gestützte Batista-Diktatur zu stürzen. Wenige Wochen, nachdem Batista in Westdeutschland das Großkreuz des Bundesverdienstkreuzes verliehen bekam, wurde Guevara in Kuba im September 1957 zum Comandante mit Befehlgewalt über eine eigene Kolonne, die Guerilla ging zur landesweiten Offensive über, die letztlich zur Befreiung von Kuba führen sollte. Erfolglos blieben die Missionen im Kongo 1965 und in Bolivien, wo Che Guevara vor 50 Jahren – wie man inzwischen weiß – auf Initiative der CIA ermordet wurde.

Ein Mythos und ein Vorbild

Ernesto Guevara, der Che, bleibt aber nicht nur wegen seines Wirkens als Guerillero ein Mythos, der Mensch Guevara dient als Vorbild. Er war kein Politkader, sondern verstand durch eigene Erfahrung die Notwendigkeit, die herrschenden Verhältnisse zu verändern. Ab 1950 lernte er bei Reisen die Armut in Argentinien kennen, später dann in Chile, Kolumbien, Peru und Venezuela. In Peru lernte er den Kommunisten und Arzt Hugo Pesce kennen, der in einer Leprastation arbeitet. 1954 erlebt er in Guatemala den CIA-Putsch gegen die linke und demokratisch gewählte Regierung von Präsident Jacobo Árbenz in Guatemala. Er gelangt nach Mexiko und lernt dort zunächst Raúl und Fidel Castro kennen. Die Reisen waren für ihn wie ein zweites Studium neben seiner Medizinausbildung 1948-1953.

Der Blick auf Ernesto Che Guevara lohnt sich heute auch, weil er die globalen Verhältnisse erkennbar macht. Während sich Journalisten und Autoren in den Industriestaaten und Vertreter der lateinamerikanischen Oligarchie an dem Revolutionär abarbeiten, wird er vor allem in Lateinamerika von der verarmten Bevölkerungsmehrheit verehrt. Und nicht nur dort: Bei der Verleihung der „Oscars“ in Hollywood würdigten Antonio Banderas und Carlos Santana den Revolutionär, sein Konterfei ist im palästinensischen Flüchtlingslager Dheisheh im Gazastreifen ebenso zu sehen wie bei Demonstrationen für Abrüstung – oder zuletzt bei den Protesten gegen die G20 in Hamburg.

»Man kann ihn nicht entmystifizieren«

Vor allem Lateinamerika gedenkt Ernesto Che Guevara heute. Boliviens Präsident Evo Morales ließ fünftägige Staatsfeierlichkeiten ausrichten, die heute in der Stadt Vallegrande ihren Höhepunkt haben, wo die Überreste Guevaras mehr als 30 Jahre verscharrt waren, bevor sie 1997 in das Mausoleum in Santa Clara verbracht wurden. Dort fand am gestrigen Sonntag bereits die zentrale Gedenkveranstaltung statt, bei der Miguel Díaz-Canel Bermúdez, der Erste Vizepräsident des Landes, sprach: „Che ist heute eine moralische Referenz für viele Personen auf diesem Planeten, vor allem aber für die Jugend.“

Zugleich werden konservative Kräfte und Gegner der Kubanischen Revolution nicht müde, Ernesto Che Guevara „entzaubern“ zu wollen. Die Ironie der Artikel und Bücher der Kuba-Gegner liegt darin, dass sie mit jedem Beitrag den Mythos nähren. Oder, wie Ernesto Guevaras jüngerer Bruder Juan Martín Guevara unlängst während eines Deutschland-Besuchs im ZDF sagte: „Ich glaube, man kann ihn nicht entmystifizieren, denn der Mythos ist aus der Gesellschaft heraus geschaffen worden.“

Lateinamerika-Konzept des BMZ wird der Region nicht helfen

„Das neue Lateinamerika-Konzept von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ist das immer gleiche Lateinamerika-Konzept jeder Bundesregierung. Die Lateinamerika-Strategie dient wirtschaftlichen Interessen wie den Zugang zu Rohstoffen und der Öffnung der Märkte und trägt weder zur nachhaltigen Armutsbekämpfung noch zum Schutz der Menschenrechte bei“, so Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, anlässlich der Vorstellung der neuen Lateinamerika-Strategie des Entwicklungsministers. Das Entwicklungsministerium (BMZ) unter Müllers Leitung setze fast ausschließlich auf neoliberale Regierungen, wie zum Beispiel Mexiko, Kolumbien und Peru, deren Länder durch massive Menschenrechtsverletzungen und hohe Straflosigkeit gekennzeichnet sind. Viele der Menschenrechtsverletzungen würden gerade durch Rohstoffabbau und Landkonflikte verstärkt. Hänsel weiter:
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LINKE begrüßt Wahlsieg von Evo Morales

„Die Wiederwahl von Präsident Evo Morales, Kandidat der Bewegung zum Sozialismus (MAS), und der deutliche Sieg mit über 60 Prozent der Stimmen zeigen nicht nur die Unterstützung der knapp 6,3 Millionen wahlberechtigten Bolivianerinnen und Bolivianer, sondern auch den Erfolg einer Politik, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die sozialen Interessen der Mehrheit der Bevölkerung auf die Tagesordnung zu setzen“, erklären Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, und Andre Hahn, stellvertretender Vorsitzende der Deutsch-Südamerikanischen Parlamentariergruppe. Die beiden Abgeordneten weiter:
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Wir solidarisieren uns mit der demokratisch gewählten Regierung von Bolivien – ein weiterer Putsch in Lateinamerika muss verhindert werden

Beschluss der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag vom 26. Juni 2012

Wir schauen mit großer Sorge nach Bolivien, wo sich die Regierung des Präsidenten Evo Morales einer Kampagne ausgesetzt sieht, die ganz offensichtlich einen illegalen Machtwechsel zum Ziel hat.
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Broschüre: Frauen für Frieden und Gerechtigkeit – gegen Krieg und Unterdrückung – weltweit

Dokumentation des Arbeitsschwerpunktes „Frauen und Frieden“

Heike Hänsel stellt Partnerinnen für eine konsequente Friedenspolitik vor, darunter Malalai Joya und Zoya (Afghanistan), Silvia Lazarte (Bolivien) und Gloria Cuartas (Kolumbien). Hänsel: „Für diese beeindruckenden Frauen haben wir versucht, Öffentlichkeit herzustellen, ihre Kämpfe bekannt zu machen und teilweise auch durch Besuche in der Krisenregion gefährdeten AktivistInnen „internationalen Schutz“ zu gewähren. Die Entschlossenheit und der Mut dieser Frauen haben uns tief beeindruckt und für die politischen Auseinandersetzungen innerhalb und außerhalb des Parlaments viel Kraft gegeben.“ Mehr (PDF)

Neue Verfassung macht den Weg frei für gerechte Entwicklung in Bolivien!

27.01.2009

„Die Annahme der neuen bolivianischen Verfassung durch 60 Prozent der Wählerstimmen ist ein großartiger Erfolg der Demokratie und der Regierung Morales. Endlich kann die ‚Neugründung Boliviens’ erfolgen, die allen Bolivianern und Bolivianerinnen, erstmals auch der Mehrheit der Indigenen, zugute kommt“, erklärt Heike Hänsel, die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Das Referendum vom 25. Januar ist ein Meilenstein für die Überwindung von Jahrhunderte dauernder kolonialer Unterdrückung und Ausbeutung. Die Verfassung gewährt allen 9,2 Millionen EinwohnerInnen das Recht auf Nahrung, Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeit, Rente, Trinkwasser und auf einen angemessenen Lohn. Der Landbesitz wird auf 5000 Hektar beschränkt, Bodenschätze, Wasser, Luft und Erde liegen in Staatshand. Um dem multiethnischen Charakter des Landes gerecht zu werden, sind neben Spanisch auch 36 indigene Idiome zu offiziellen Sprachen erhoben worden.“
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Interview mit Silvia Lazarte

10.November 2008 – Heike Hänsel

»Wir können die Männer nicht alleine kämpfen lassen«

Silvia Lazarte, Präsidentin der Verfassungsgebenden Versammlung Boliviens, über den Kampf um eine neue Verfassung und für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern am politischen Leben ihres Landes
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Gewalt in Bolivien eskaliert – Bundesregierung muss reagieren

Pressemitteilung
12.09.2008

Gewalt in Bolivien eskaliert -Bundesregierung muss reagieren

„Die Gewalt durch oppositionelle Gruppen in Ost- und Nordbolivien eskaliert, gestern kamen dabei acht Menschen ums Leben. Rechte Gruppen in Bolivien griffen auch zum wiederholten Male Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an. Da muss die Bundesregierung endlich reagieren “, so die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Heike Hänsel. Hänsel weiter:
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junge Welt: Bolivien stärkt Morales

12.08.2008

In Berlin erklärte die Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Heike Hänsel, der Einsatz für eine gerechtere Teilhabe aller an den Reichtümern des Landes habe die Zustimmung von über 60 Prozent der Bolivianerinnen und Bolivianer gefunden.

Quelle:
http://www.jungewelt.de/2008/08-12/053.php

DIE LINKE gratuliert Evo Morales

Pressemitteilung – 11.08.2008

„Meine herzlichen Glückwünsche an Evo Morales zu diesem überzeugenden Ergebnis. Die Bolivianerinnen und Bolivianer haben ihrem Anspruch auf sozialen und demokratischen Wandel erneut deutlich Ausdruck verliehen“, stellt Heike Hänsel angesichts der Bestätigung des linken Präsidenten im gestrigen Referendum fest. Die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt weiter:

„Mit der Präsidentschaft von Morales verbindet sich zum ersten Mal für die bislang ausgeschlossenen sozialen Schichten und indigenen Gruppen, nach Jahrhunderten der Ausgrenzung und Diskriminierung und nach Jahrzehnten neoliberaler Wirtschaftspolitik, die Hoffnung auf mehr soziale und politische Teilhabe.
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