Studienzentrum Weikersheim muß geschlossen werden – Bundesvorsitzender der VVN-BdA Werner Pfennig in Tübingen

Sonntag, 29. April 2007
Studienzentrum Weikersheim muß geschlossen werden – Bundesvorsitzender der VVN-BdA Werner Pfennig in Tübingen
Pressemitteilung

Als Gastredner der heutigen Matinee der linken Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel forderte der Bundesvorsitzende der VVN-BdA, Werner Pfennig, erneut die Schließung des Studienzentrums Weikersheim als politisches Scharnier zwischen Rechtsextremismus und rechten Kreisen der CDU in Baden-Württemberg. Vor 40 ZuhörerInnen kritisierte Pfennig im Linken Forum nochmals die Geschichtsklitterungsversuche von Ministerpräsident Oettinger.


„Filbinger hat nicht, wie Günther Oettinger behauptet, die Zeit des Nationalsozialismus „erlebt und erlitten“, er hat sie aktiv mitgetragen und gestaltet. Er war ganz unzweideutig einer von den vielen tausenden willigen Helfern und aktiven Tätern der Verbrechen des Naziregimes“, so Pfennig.

Seine Entschuldigung sei hingegen ohne innere Einsicht und nur aus Machterhaltsgründen erfolgt. Deshalb sei es weiterhin wichtig, dieses Thema in der Öffentlichkeit zu diskutieren und Institutionen, die diese Tradition stützen, wie Weikersheim, zu bekämpfen.

Hänsel kritisierte ihre CDU-Bundestagskollegen, die sich alle unkritisch gegenüber Oettinger verhalten hätten. „Wir müssen antifschistische und antimilitaristische Traditionen im Baden-Württemberg stärken, so zum Beispiel Deserteure und aktive Widerstandskämpfer, die nie so viel Aufmerksamkeit bekommen haben wie der Täter und Mitläufer Filbinger“, so Hänsel. Es sei daher wichtig, Initiativen in Tübingen und Stuttgart, die sich für Deserteursdenkmäler einsetzen, zu unterstützen.

Der Politikwissenschaftler Tobias Kaphegyi kritisierte die undemokratischen Seilschaften zwischen Landesregierung, Weikersheim und Burschenschaften und Landsmannschaften in Tübingen. „Diese Mischung von Gehorsam, Geschichtsverfälschung und rechtsnationalem Gedankengut wird dadurch aktiv weitergegeben und es werden wichtige Positionen im Land besetzt.“ Deshalb forderte er, die Burschenschaften politisch zu bekämpfen und auch das Maisingen des Tübinger „Waffenrings“ nicht zu akzeptieren und sich an den Protesten zu beteiligen.

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