Afghanistan: Entwicklung unter Krieg und Besatzung nicht möglich

Anlässlich des heute im Kabinett vorgestellten sogenannten Fortschrittsberichts zu Afghanistan erklärt Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Eine nachhaltige menschliche und soziale Entwicklung in Afghanistan ist aufgrund der mehr als 12jährigen Besatzung durch internationale Truppen, verbunden mit andauernden Kämpfen in zahlreichen Provinzen Afghanistans, nicht möglich. Trotz mehr als 60 Milliarden US-Dollar internationaler Aufbauhilfe in den vergangenen zehn Jahren, ist Afghanistan nach wie vor eines der ärmsten Länder der Erde. Laut Weltbank ist eines von vier Kindern unter fünf Jahren stark unterernährt und jedes zweite Kind unter fünf Jahren wird als altersgemäß unterentwickelt eingestuft. Die Analphabetenquote bei Frauen wird auf über 80% angegeben. Der Bau von Schulen bedeutet noch lange nicht, dass Kinder zur Schule gehen, dies hängt vielmehr von der Sicherheitslage ab.

Aufgrund der anhaltenden militärischen Aufstandsbekämpfung durch die ISAF-Truppen, der massiv erhöhten Drohnenangriffe durch die US-Truppen und der Zusammenarbeit mit brutalen Milizen von Warlords und Drogenbaronen in den Provinzen kann es keine Sicherheit für die Bevölkerung geben.
Ein vollständiger Abzug aller internationaler Truppen und ein politischer Friedensprozess in Afghanistan ist die Voraussetzung für eine soziale Entwicklung in dem Land. Die Entwicklungszusammenarbeit darf nicht länger integraler Bestandteil der Besatzungspolitik und Aufstandsbekämpfung sein, sie muss sich ausschließlich an Armutsbekämpfung und Stärkung ziviler Strukturen orientieren. Deshalb fordert Die Linke den sofortigen Abzug der Bundeswehr, das Ende der zivil-militärischen Zusammenarbeit und die Förderung von afghanischen Friedenskräften vor Ort, die sich seit Jahren für einen Friedens- und Versöhnungsprozess von unten einsetzen.“

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