Freihandelsabkommen in Kolumbien aussetzen

Verfassungsgericht in Kolumbien erklärt Präsidialdekret für verfassungswidrig

Nachdem das Verfassungsgericht in Kolumbien am Freitag ein Dekret zur Umsetzung des angestrebten Freihandelsabkommens mit der Europäischen Union für illegal erklärt hat, sieht Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, die Kritik an dem Vorhaben bestätigt.

Zwar hat das Verfassungsgericht in Kolumbien den Freihandelsvertrag nicht grundsätzlich abgelehnt, sondern das Präsidialdekret zur provisorischen Umsetzung als verfassungswidrig zurückgewiesen, erklärte Hänsel: „Dennoch zeigt dieses Urteil, dass die kolumbianische Regierung und die EU den umstrittenen Freihandelsvertrag ganz offensichtlich voreilig und ohne hinreichende Prüfung durchsetzen wollten. Das ist unseriös und gefährlich.“ Die wichtige Entscheidung der Verfassungsrichter in Bogotá bestätigte zudem die Kritiker des Vorhabens in Kolumbien und in der EU.

„Der gesamte Freihandelsvertrag muss nun ausgesetzt werden“, forderte Hänsel, die sich in Kolumbien mehrfach über die Situation der Kleinbauern und die zum Teil katastrophale Situation in den ländlichen Regionen informiert hat. „In neuen Verhandlungen zwischen Kolumbien und der EU müssen kleine und mittlere Agrarproduzenten einbezogen und die prekäre Menschenrechtslage hinreichend gewürdigt werden“, so Hänsel weiter: „Der Freihandel darf nicht weiter auf dem Rücken der armen Bevölkerungsmehrheit durchgepeitscht werden.“

Dafür werde sie sich auch bei einem parlamentarischen Besuch in Kolumbien vom 11. – 15. Juni einsetzen.

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