Entwicklungsbericht der UNO zeigt Folgen von Kapitalismus und Krieg

„Der jüngste Jahresbericht des UN-Enwicklungsprogramms UNDP bestätigt die Kritik der LINKEN an der globalen Wirtschaftsordnung und der Handelspolitik der Industrieländer. Er zeigt zudem deutlich die verheerenden Folgen der andauernden Weltwirtschaftskrise und der Kriegspolitik der USA und der NATO-Staaten“, kommentierte die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Heike Hänsel, den in der japanischen Hauptstadt Tokio vorgestellten Report. Hänsel weiter:

„Ein Jahr, bevor die UNO die Bilanz der im Herbst 2000 beschlossenen Millenniumsziele für die globale Entwicklung ziehen wird, zeichnet der 239-seitige Bericht des UNDP eine katastrophale Lage. 1,5 Milliarden Menschen leben in Armut, weitere 800 Millionen sind von Armut bedroht. Während leichte Erfolge vor allem in Staaten des globalen Südens zu verzeichnen sind, stellt die Politik der reichen Industrienationen – darunter Deutschland – die größte Gefahr für die globale menschliche Entwicklung dar. Die Autoren der UNO stellen deutlich heraus, dass neben Naturkatastrophen die im reichen Norden verursachte Finanzkrise massiv Menschenleben gefährdet. Die verzeichnete negative Entwicklung des HDI, dem Index über menschliche Entwicklung, wird auf die Weltwirtschaftskrise und Folgeerscheinungen wie steigende Nahrungsmittelpreise zurückgeführt. Die UNDP-Experten sehen als einzige Lösung eine konsequente Sozialpolitik durch Umverteilung und eine Arbeitsmarktpolitik, die auf Vollbeschäftigung abzielt. Zur Armutsbekämpfung muss die Politik auf Ernährungssouveränität fokussieren und einseitige Abhängigkeiten von Weltmarktpreisen, sowie Landgrabbing und Nahrungsmittelspekulation konsequent bekämpfen.

Der diesjährige „Human Development Report“ zeigt aber auch die Folgen der aggressiven Interventions- und Aufrüstungspolitik der USA und der übrigen NATO-Staaten. Syrien und Libyen – vor wenigen Jahren noch Staaten mit weit entwickelten Sozialsystemen – sind auf das Niveau von Entwicklungsstaaten zurückgebombt worden. In Afghanistan ist es um die im diesjährigen Report erstmals gemessenen Entwicklungschancen für Frauen am schlechtesten bestimmt. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass die Kriege der USA und der NATO um Menschen- und Frauenrechte geführt werden!

Die LINKE sieht im neuen UN-Entwicklungsbericht eine Bestätigung für Forderungen nach einer weltweiten Umverteilung, einer konsequenten Bekämpfung sozialer Ungleichheit und einer kompromisslosen Friedens- und Abrüstungspolitik.“

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