Bericht zur Konferenz Rohstoffe – Politik – Menschenrechte

Bericht zur Konferenz zu Menschenrechtsverletzungen durch «resource grabbing» und Chancen sozialer Entwicklung durch Schaffung lokaler Wertschöpfungsketten

Menschenrechte – vom Abbau bedroht

Deutschland führt aus mehr als 160 Ländern Rohstoffe ein. Die deutsche und europäische Industrie ist von Rohstoffimporten aus dem globalen Süden abhängig. In vielen Ländern, z. B. in Mosambik, im Senegal, im Niger und in Peru finden gravierende Menschenrechtsverletzungen statt. Über 100 Menschen haben am 1. und 2. Juli 2016 in Berlin über die Verantwortung der Regierenden diskutiert und sich intensiv anhand von Fallbeispielen mit Gegenstrategien der Menschen vor Ort auseinandergesetzt.

Die Fakten zeigen: Die zehn ärmsten Länder der Welt sind alle reich an Rohstoffvorkommen. Viele Länder des globalen Südens sind jedoch einseitig auf Rohstoffexport ausgerichtet, während der Norden die Kontrolle über den Abbau und die Handelsbedingungen behält und sich weigert, verbindliche Standards und Verpflichtungen festzuschreiben. Die derzeitige neokoloniale Handelspolitik im Rohstoffbereich verhindert das Erreichen von wichtigen Zielen: Die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs in Europa und die Schaffung eines gerechten globalen Systems zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen. Die Länder des Südens müssen ihre Wirtschaft diversifizieren und eigene Wertschöpfungsketten aufbauen. Rohstoffpolitik muss demokratisiert werden, sie muss sozial werden und sich an den Menschenrechten als dem absoluten Mindeststandard ausrichten.

Audiodokumentation:
http://www.rosalux.de/documentation/55912

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